Bibelgespräch
Steckbrief
Anzahl der Mitglieder: Eine offene Gruppe
Leitung: Pfr. Niemeyer
Wie oft trifft sich die Gruppe? circa einmal im Vierteljahr
Was tun sie?
Biblische Texte oder Themen lesen und besprechen
Extraaktionen:
Ein gemeinsames Abendessen gehört zu jedem Bibelgespräch dazu.
So antwortet die Gruppe:
Warum muss es diese Gruppe geben ?
Um eine intensive und andere Auseinandersetzung über biblische Texte zu ermöglichen an der sich alle aktiv beteiligen können.
Was war das letzte Topereignis der Gruppe ?
Psalm 139 in der Bibelübersetzung von Martin Buber - das war der Hammer!
Unter welchen Umständen würden Sie die Gruppe verlassen ?
Wenn versucht würde, mir eine Auslegung als die allein gültige aufzudrücken. Oder wenn die anderen nicht mehr ihre unterschiedlichen Anregungen und Meinungen miteinbringen würden. Und wenn wir nur noch eine Stunde Zeit hätten und deshalb durch den Text hetzen würden oder das Gespräch zu kurz käme.
Wenn der Kirchenvorstand Ihnen 10.000 € zur Verfügung stellen würde,
was würden Sie damit machen ?
Wir spenden es für ein hilfreiches Projekt im Ausland.
Was würde der Gemeinde fehlen, wenn es diese Gruppe nicht mehr gibt ?
Ein Ort des gemeinsamen Gespräches. Es wäre ein Verarmung des Gemeindelebens, wenn nicht mehr über die Bibel geredet würde.
Wie wird die Gruppe in 100 Jahren aussehen ?
Über Internet von Sofa zu Sofa im Chat. Entweder gibt es da nur noch wenige Mittelpunktgemeinden oder viele intensive kleine Gruppen als Kirche.
Aus dem Gemeindebrief - März 2002:
Drei Stunden - viel zu lang?
Er ist schon fast zu einer festen Einrichtung geworden - der Nachmittag mit der Bibel im Liemer Gemeindehaus. Bereits vier Mal trafen sich interessierte Frauen und Männer unterschiedlichen Alters an einem Samstag Nachmittag, um sich für etwa drei Stunden mit einem ausgewählten Bibeltext zu beschäftigen.
Viel zu lange - mag nun der eine oder die andere denken! Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Zeit vergeht wie im Fluge. Nach einer Begrüßung bei Kaffee oder Tee gelang es Pastor Niemeyer immer wieder, durch wichtige Hintergrundinformationen das Nachdenken über den Text anzuregen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen konnten sich mit ihren Glaubens- und Lebenserfahrungen in das gemeinsame Gespräch einbringen. Alles hat an diesen Nachmittagen seinen Raum: Die zuhörende Teilnahme, die sachliche Arbeit am Text, eigene Fragen, aber auch die ganz persönliche Stellungnahme.
Was haben wir bisher gemacht? Wir haben uns mit einem Text aus der Apostelgeschichte, mit dem Buch Jona und dem Buch Ruth auseinander gesetzt. Wie es dem Wunsch der Teilnehmer entsprach, haben wir uns beim letzten Nachmittag mit den Psalm 139 beschäftigt.
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir" - welche Gefühle und Fragen löst dieser Satz in mir aus? Ist Gott der „big brother", der alles sieht, dem ich nicht entrinnen kann oder tröstet es mich, dass Gott mich wahrnimmt und mir nah ist? Eine andere Übersetzung des Psalms in einer uns ungewohnten, ja befremdlichen Sprache hat uns verunsichert, half aber auch, vertraute Sätze neu zu bedenken. Was hat die religiöse Erziehung bei mir bewirkt? Hat sie mich eingeschüchtert und mit Schuldgefühlen belastet? Oder hat sie mein Selbstvertrauen gestärkt und das Gefühl von Freiheit und Geborgenheit vermittelt? Welches Gottesbild geben wir heute an Kinder weiter? Über diese und andere Fragen haben wir uns ausgetauscht.
Zum Schluss sei noch ein weiteres Element der Bibelnachmittage genannt: ein gemeinsames Abendessen. Es sollte keinesfalls fehlen!
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