Die [evangelische] Kirche im Internet

Struktur und Organistation

Weltgeschichte, die Spuren hinterlassen hat

Angefangen - angefangen hat die Geschichte der Kirche schon vor ihrem Anfang mit dem "herumziehenden Hebräer" Abraham. Mit ihm verehrt eine zunächst kleine Gruppe den Gott, der den Menschen Lebenswege eröffnet, sich auf die Seite der Schwächeren stellt und nur durch Vertrauen erfahrbar wird.
Nach weit über 1000 Jahre rüttelt der Jude Jesus die erstarrten Strukturen des Glaubens an diesen Gott auf. Eine zunächst kleine Gruppe erkennt in Jesus die Nähe und Wirksamkeit Gottes selbst. Aber die von den Mächtigen der Welt legitimierte Ermordung dieses Menschen setzt seinem Wirken ein scheinbares Ende. Ein mit dem Wort "Auferstehung" umschriebenes Ereignis überwindet die Lähmung der Freunde Jesu und begründet ein vertieftes Verständnis Gottes und seiner Weise zu wirken. Sie bekennen sich zu Jesus als dem Christus, dem Stellvertreter Gottes.
Paulus trägt diesen Glauben über die jüdischen Gemeinden hinaus hinein in die hellenistische Umwelt. Aus einer jüdischen Sekte wird eine neue Weltreligion.
Die ursprünglich kleinen und weit verstreuten christlichen Gemeinden werden durch Konstantin zur neuen Staatsreligion, die sich über Gemeindeleiter und Bischöfe organisiert und als obersten Leiter und Repräsentanten den Papst wählt. Im Jahre 1054 spaltet sich die östliche Kirche von der papstdominierten "allgemeinen" Kirche ab und geht als "orthodoxe" Kirche einen eigenen Weg.
Weitere 500 Jahre später führt eine Rückbesinnung auf die biblischen Berichte des Wirkens Gottes in Jesus Christus zu einer weiteren Spaltung innerhalb des Christentums. Das Ringen um die Wahrheit und Freiheit des Glaubens findet zunächst in einzelnen Gemeinden und schließlich in ganzen Fürstentümern eine neue Gestalt. Aus den Protestanten, die sich auf das Evangelium berufen, wird die evangelische Kirche in lutherischer oder reformierter Prägung.
Die Notwendigkeit, christliche Inhalte auch in staatlichen Strukturen auszugestalten und das Wissen um die Eigenmächtigkeiten, die solche Strukturen ausüben, prägt die evangelische Kirche bis heute. Sie organisiert sich deshalb von unten, von den Ortsgemeinden aus, die sich zumeist in den Gebietsgrenzen der heutigen Bundesländer zu Landeskirchen zusammengeschlossen haben. Darin tragen die Gemeindeglieder aber weiterhin selbst die Verantwortung zur Gestaltung des Glaubens. Sie übertragen die Leitungsfunktionen demokratisch gewählte Gremien und nur durch ausführliche Diskussion kommt es zu Entscheidungsfindungen, die dann zwar eine hohe Verbindlichkeit für die evangelische Kirche haben, aber nie über der Gewissensfreiheit des einzelnen Gemeindegliedes stehen.

Link zum Thema: 2000 Jahre Christentum

 

Wer ist denn nun zuständig?

Die Ortsgemeinde

Zuständig ist an erster Stelle die Kirchengemeinde am Ort. Bei 26 848 000 evangelischen Christen in Deutschland und einer durchschnittlichen Gemeindegröße von ca. 2000 Mitgliedern gibt es natürlich sehr viele Gemeinden und sie sind so vielfältig wie die Menschen, die darin mitarbeiten. Die Ortsgemeinden haben sich zumeist regional in Landeskirchen zusammengeschlossen.

Die Landeskirchen

In Deutschland gibt es derzeit 24 Landeskirchen, die sich zumeist innerhalb der Grenzen der ehemaligen Fürstentümer und heutigen Bundesländer gebildet haben. Sie pflegen in besonderer Weise jeweils das reformierte, lutherische oder unierte Bekenntnis. Liste der Landeskirchen ...

Die EKD

Die 24 Landeskirchen in Deutschland haben sich zur Evangelischen Kirche in Deutschland zusammengeschlossen, ohne dabei ihre Selbständigkeit aufzugeben. Die EKD nimmt kirchliche Gemeinschaftsaufgaben wahr, etwa die Vertretung bei Bundesregierung und Bundestag in Berlin. Leitungsgremien sind der Rat der EKD, die Synode (Kirchenparlament), die in der Regel einmal im Jahr tagt, sowie die Kirchenkonferenz, die aus den Leitungen der Landeskirchen gebildet wird. Sitz des Kirchenamts ist Hannover.

Die konfessionellen Zusammenschlüsse

Neben der EKD gibt es auch Zusammenschlüsse von Ortsgemeinden bzw. Landeskirchen, die aus den besonderen Ausprägungen des evangelischen Glaubens in der reformierten und lutherischen Tradition erwachsen sind:

Zum Reformierten Bund gehören rund 2, 4 Mio Mitglieder, wobei reformierte Gemeinden, Einzelmitglieder und als Hauptträger die Evangelisch-reformierte Kirche sowie die Lippische Landeskirche vertreten sind. Als seine Aufgabe betrachtet der Reformierte Bund, die Gemeinschaft der reformierten Christen und das theologische Erbe in der Tradition Calvins und Zwinglis zu pflegen. Zudem will er eigene Positionen in Kirche und Gesellschaft vermitteln. Der Reformierte Bund versteht sich nicht als "Kirche" im kirchenrechtlichen Sinne wie VELKD und EKU, sondern als konfessioneller Dachverband. Er unterhält eine Geschäftsstelle in Wuppertal.

Der Reformierte Weltbund (RWB) verbindet über 70 Millionen Christen in 208 Mitgliedskirchen - reformierte, unierte, konregationalistische oder presbyterianische - in 102 Ländern.

In der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) haben sich acht lutherische Landeskirchen innerhalb der EKD zusammengeschlossen. Sie vertritt rund elf Millionen Lutheraner. Sitz des Kirchenamts ist Hannover.

Der Lutherische Weltbund (LWB) zählt 133 Mitgliedskirchen, denen rund 60,5 Millionen der weltweit 64,3 Millionen LutheranerInnen in 73 Ländern angehören. Das LWB-Sekretariat befindet sich im Ökumenischen Zentrum in Genf (Schweiz).

Die Evangelische Kirche der Union (EKU demnächst Union Evangelischen Kirchen (UEK)) umfasst die Kirchen des früheren Preußen. König Friedrich Wilhelm III. hatte hier 1817 die Union lutherischer und reformierter Gemeinden erlassen. Sitz der Kirchenkanzlei ist Berlin. Insgesamt repräsentiert die EKU 7,8 Millionen Evangelische.

Die Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG) ist ein europäischer Verbund von 103 lutherischen, reformierten, unierten, methodistischen und hussitischen Kirchen sowie der ihnen verwandten vorreformatorischen Kirchen der Waldenser und der Böhmischen Brüder. Dazu gehören auch fünf südamerikanische Kirchen, die aus den ehemaligen deutschen Einwandererkirchen hervorgegangen sind. Er bekennt sich zu der 1973 in Leuenberg (CH) verabschiedeten Konkordie und dem darin dargelegten gemeinsamen Verständnis des Evangeliums und gewährt einander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft.

 

Die weiteren großen Kirchen

Die evangelischen Freikirchen
sind zusammengeschlossen im BEFG und präsentieren sich unter www.baptisten.de.

Die evangelisch methodistische Kirche
unterhält die Website www.emk.de.

Informationen zur Katholische Kirche
finden Sie unter Katholische-Kirche, Kath.de, Initiative Kirche von unten und dem Vatikan.

Informationen über die Orthodoxe Kirche
finden Sie bei der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland.

 

Die Ökumene

Alle großen christlichen Kirchen (leider ohne die katholische Kirche) arbeitem im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) - auch Weltkirchenrat genannt - zusammen. Der ÖRK ist eine Gemeinschaft von rund 400 Millionen Christen aus mittlerweile 342 Kirchen in über 120 Ländern auf allen Kontinenten. Der Stammsitz des Ökumenischen Zentrums liegt in Genf.

Daneben gibt es noch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Sie ist ein Zusammenschluss der christlichen Kirchen in Deutschland, in dem auch die römisch katholische Kirche mitarbeitet und dient der Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit und der Einheit der Christen. Der Hauptsitz ist in Frankfurt am Main und in vielen Bundesländern gibt es Regionalstellen.

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