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Viele unterschiedliche Menschen,
viele unterschiedliche Lebenswege,
viele unterschiedliche Erfahrungen,
viele unterschiedliche Fragen -
eine Gemeinde! Und das ist gut so.

Ev. Kindergarten Lieme: Newsletter

Liebe Eltern,

am letzten Donnerstag wurde ich vom Anwalt informiert, was abends in den
Lokalnachrichten teils missverständlich berichtet wurde, dass der
Staatsanwalt eine Entscheidung getroffen hat zu dem furchtbaren Tod von
Favour in unserem Kindergarten. Das wühlt alle Beteiligten noch einmal
sehr auf. Denn vergessen ist nichts und der Schmerz bleibt. Und die
Frage, ob Einzelne eine besondere Verantwortung und Schuld trifft.
Genau zu dieser Frage hatte die Polizei und auch der Staatsanwalt ermittelt.

Am Freitag hat die Lippische Landes-Zeitung ausführlich darüber
berichtet und unterschiedliche Sichtweisen beleuchtet. Ich persönlich
finde, der Artikel in der Landes-Zeitung beschreibt die Situation und
die Ergebnisse annähernd so, wie sich die Erkenntnisse auch mir selbst
im Zuge der Ermittlungen gezeigt haben. Es war eine unerkannte
Gefahrenquelle und eine tragische Verkettung von Ereignissen, die zu dem
Tod von Favour geführt hatte, während er unserem Schutz und unserer
Obhut anvertraut war.

Für den Schmerz darüber gibt es keine Wiedergutmachung. In besonderer
Weise fühlen und tragen ihn die Eltern und auch wir als Mitarbeitende im
Kindergarten und in der Kirchengemeinde und auch Sie als Eltern ihrer
eigenen Kinder. Viele versuchen den Eltern in diesem Schmerz
beizustehen. Das ist eine wirkliche Hilfe. Wir und auch die Eltern
suchen Trost in dem Vertrauen, dass Gott uns auch im dunkelsten Tal
nicht allein lässt, sondern weiß, wie sich Schmerz und Verzweiflung
anfühlt und auch dann an unserer Seite bleibt.

Die Staatsanwaltschaft ist nun zu dem Schluss gekommen, dass niemand
schuldhaft gehandelt hat. Deshalb wurde das Verfahren gegen alle
Beteiligten eingestellt.

Es bleibt die bohrende Erkenntnis, dass unter anderen Umständen und wenn
doch nur … Wir haben auch unsere Schlüsse daraus gezogen und den
Anhänger ersetzt gegen ein Modell, dessen Kippfunktion nun mit einem
Schloss gesichert ist. Resultierend aus dem Ereignis wurde vor einiger
Zeit eine Mulde bewusst vor dem Kindergarten abgestellt und während der
Schließungszeit befüllt. Wir fühlen somit sehr wohl als Mitarbeitende
und Kirchenvorstand und ich als Vorsitzender alle einen Anteil an der
Verantwortung.

Der Staatsanwalt hat eine Geldauflage gegen unsere stellvertretende
Leitung und Sicherheitsbeauftragte entschieden, die den Eindruck
vermitteln könnte, dass sie eine besondere Verantwortung trägt. Ich
betone, dass wir als Mitarbeitende, Kirchenälteste und ich als
Vorsitzender des Kirchenvorstandes von der Einsicht geleitet sind, dass
wir gemeinsam die Gesamtverantwortung haben und tragen.

Wir möchten dem Eindruck widersprechen, dass sachlich und juristisch
eine Schuld oder Strafe an einer einzelnen Person festgemacht werden
könne oder wurde. Wir sind überzeugt, dass es weder richtig oder
hilfreich wäre, an einer einzelnen Person fest zu machen, was uns alle
angeht: der Schmerz über den Tod von Favour und die Erschütterung, dass
niemand von uns allen, die Gefahr erkannt hat.

Wir sind sehr dankbar, dass so viele Eltern uns erkennen ließen, dass
uns die Tragik des Unglücks nicht auseinanderbringt, sondern verbindet.
Wir sind dankbar, dass Sie als Eltern uns weiter das Vertrauen
entgegenbringen, uns ihre Kinder anzuvertrauen. Wir hoffen inständig,
dass mit Hilfe der UnterstützerInnen auch die Familie von Favour und
alle, die noch immer an seinem Tod leiden, die Kraft findet, den Schmerz
zu tragen. Wir bitten Gott, dass seine Liebe uns beisteht.

Pastor Fred Niemeyer

Gottesdienste am Sonntag, 12. Juni

Am nächsten Sonntag feiern wir um 9.30 Uhr wieder Kinderkirche für Groß und Klein im Gemeindehaus. Abends um 18.00 Uhr können Sie in der Musikalischen Abendkirche Gesang von Mendelssohn-Bartholdy und Bach hören. Herzlich willkommen.
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