Kirche in Lieme

Gottesdienste und Gemeindeleben

Kirche in Lieme

Gottesdienste und Gemeindeleben

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Das Kaffeeservice

Ein altes Kaffeeservice (Kannen/Tassen), wie es bei Gemeindefesten und Frauenkreistreffen benutzt wurde.

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Nicht alles, was eine Kirchengemeinde zusammenhält, findet im Gottesdienst statt. Aus der Gemeindechronik seit 1971 lässt sich eine ganze Geschichte der Kaffeetafeln lesen: „Kaffee und Klön" nach dem Gottesdienst, „Kaffee auf der Frühstücksbank" an Sonntagen bei schönem Wetter, ein Gemeindefest „Rund um die Kaffeebohne" 1996, Seniorenfrühstücke mit Kaffeeklatsch. Wo Kaffee getrunken wurde, entstand Gemeinschaft – oft niedrigschwelliger und langlebiger als mancher formelle Programmpunkt.

⏱ 20 SekundenNach dem Gottesdienst gab es früher schon Kaffee und Kuchen für alle – genau wie heute! Manchmal haben die Erwachsenen dabei die wichtigsten Sachen besprochen.

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Kennst du das, wenn nach einem Fest alle noch zusammen Kuchen essen und quatschen? Genau das haben die Menschen in Lieme schon seit vielen, vielen Jahren gemacht. Sie haben sich nach dem Gottesdienst getroffen, Kaffee eingeschenkt aus großen Kannen, Kuchen verteilt und einfach erzählt – von ihrer Woche, ihren Sorgen, ihren Plänen. Manchmal saßen die Frauen aus dem Dorf zusammen und haben Ausflüge geplant oder Basare vorbereitet. Aus so einer einfachen Tasse Kaffee ist oft mehr Gemeinschaft entstanden als aus großen Reden. Mit wem trinkst du am liebsten Kakao oder Kaffee und redest über alles Mögliche?

⏱ 20 SekundenIch finde Gottesdienst manchmal anstrengend, aber danach beim Kaffee im Gemeindehaus – da fühl ich mich wirklich dazugehörig. Vielleicht ist das ja der eigentliche Kern von Gemeinschaft.

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Ehrlich gesagt interessiert mich die Predigt nicht immer. Aber wenn danach alle zusammen im Gemeindehaus sitzen, Kaffee trinken und einfach reden – das ist der Moment, in dem ich merke: Hier gehöre ich hin. Seit Jahrzehnten machen das Menschen in Lieme so, mal als „Kaffee und Klön", mal als spontanes Treffen auf der Frühstücksbank an Sonntagen. Das kostet nichts außer Zeit, und trotzdem hält es eine Gemeinschaft zusammen, vielleicht sogar besser als jede offizielle Veranstaltung. Vielleicht ist das die eigentliche Lektion für heute: Kirche lebt nicht nur im Gottesdienst, sondern in den Räumen dazwischen, in denen Menschen einander wirklich zuhören.

⏱ 20 SekundenIch habe Jahre im Frauenkreis mitgemacht – nicht wegen der großen Themen, sondern weil dort echte Gemeinschaft entstand, bei einer Tasse Kaffee, die jede Woche jemand aufgoss.

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Wenn ich zurückdenke, waren es selten die großen Veranstaltungen, die unsere Gemeinde zusammengehalten haben – es waren die kleinen, regelmäßigen Treffen: der Frauenkreis mit seinen Ausflügen, das „Kaffee und Klön" nach dem Gottesdienst, das Seniorenfrühstück mit Kaffeeklatsch im Gemeindehaus. Dort haben Menschen sich um andere gekümmert, gemerkt, wenn jemand fehlte, geholfen, wenn jemand krank war. Diese Form von Gemeinschaft wurde nie groß angekündigt, sie ist einfach entstanden, weil Menschen bereit waren, regelmäßig Zeit füreinander zu haben. Ich glaube, genau das ist es, was heute fehlt, wenn Menschen sagen, Kirche spreche sie nicht mehr an: nicht die Theologie, sondern die fehlende Gelegenheit, sich bei einer Tasse Kaffee wirklich zu begegnen.

⏱ 20 SekundenIch habe über Jahrzehnte Kaffee ausgeschenkt bei Gemeindefesten, Basaren, Frühstückstreffen. Was ich gelernt habe: Gastfreundschaft ist manchmal die stillste, aber wirksamste Form von Kirche.

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Wenn ich auf mein Leben in dieser Gemeinde zurückblicke, denke ich weniger an einzelne Predigten als an die vielen Kaffeetafeln, an denen ich saß oder half: bei Basaren, beim Gemeindefest „Rund um die Kaffeebohne", beim Seniorenfrühstück. Diese Kaffeerunden waren nie „nur" Beiwerk – sie waren der Ort, an dem einsame Menschen Gesellschaft fanden, an dem neue Mitglieder ins Dorf integriert wurden, an dem sich Freundschaften über Generationen hinweg entwickelten. Wenn junge Menschen heute fragen, wie Kirche vor Ort überhaupt noch gestaltet werden kann, würde ich sagen: Fangt nicht mit der großen Theologie an. Fangt mit einer Kanne Kaffee und offenen Ohren an. Das war schon immer der Anfang von allem.

Quelle: Gemeindechronik ab 1971 (Frauenkreis, „Kaffee und Klön", „Kaffee auf der Frühstücksbank", Gemeindefest 1996).