Die Trompete
Eine alte Trompete/ein Blasinstrument des Posaunenchors Lieme.

Der Posaunenchor Lieme feierte 2023 sein 130-jähriges Bestehen – seine Gründung liegt also um das Jahr 1893. Über die Jahrzehnte haben viele Menschen den Chor getragen, geleitet und immer wieder neu belebt. Gerhard Lohmeyer war von 1976 bis zu seinem Tod 2006 Kirchenältester und von 1989 bis 2002 Vorsitzender des Kirchenvorstandes – eine der prägenden Figuren des Gemeindelebens seiner Zeit, mit engem Bezug zur Bläserarbeit. Zu den genauen Umständen der „Neu-Gründung" des Chors mit Gerhard Lohmeyer und weiteren Mitgliedern konnten in den gesichteten Dokumenten keine belastbaren Details gefunden werden – diese sollten von der Gemeinde noch ergänzt werden.
Mehr erfahren (ca. 1 Minute)
Kennst du das Geräusch, wenn ganz viele Trompeten und Posaunen zusammen spielen? Das nennt man Posaunenchor, und den gibt es in Lieme schon länger, als deine Uroma alt ist! Vor über 130 Jahren haben ein paar Menschen im Dorf gesagt: Wir wollen zusammen Musik machen, für die Kirche, für Feste, für Beerdigungen und für Konzerte. Manchmal musste der Chor neu anfangen, weil es zu wenige Musiker gab oder eine Leiterin oder ein Leiter aufhörte. Aber immer wieder haben Menschen gesagt: Das ist es wert, weiterzumachen. Würdest du gerne ein Instrument lernen, um mit anderen zusammen Musik zu machen?
Mehr erfahren (ca. 1 Minute)
Der Posaunenchor Lieme ist über 130 Jahre alt, aber das heißt nicht, dass er einfach von selbst weiterläuft. Ich habe mitbekommen, wie oft die Leitung wechselte – mal, weil jemand eine Ausbildung anfing, mal aus Altersgründen. Jedes Mal musste jemand Neues bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, sonst wäre der Chor irgendwann eingeschlafen. Ich spiele seit ein paar Jahren mit, zuerst nur, weil meine Familie das schon immer gemacht hat, inzwischen, weil ich es wirklich mag. Vielleicht ist das ja das Prinzip hinter jeder langen Tradition: Sie hält nur, wenn immer wieder junge Leute bereit sind, sie weiterzutragen. Wärst du bereit, so etwas zu übernehmen, wenn es sonst niemand tut?
Mehr erfahren (ca. 1 Minute)
Ich habe über 25 Jahre im Kirchenvorstand mitgearbeitet, viele davon als Vorsitzender, und in dieser Zeit erlebt, wie unser Posaunenchor immer wieder Höhen und Tiefen durchlief: Mal fanden sich viele neue, junge Musikerinnen und Musiker, mal wechselte die Leitung mehrfach in kurzer Zeit. Was mich beeindruckt hat: Es gab nie einen Moment, in dem jemand einfach beschlossen hätte, den Chor sein zu lassen. Immer haben sich Menschen gefunden, die neu angefangen oder weitergemacht haben – oft aus Verbindung zu denen, die vor ihnen dabei waren. So etwas nennt man wohl „Neugründung mitten in der Kontinuität". Ich glaube, genau das brauchen wir auch heute in vielen Bereichen unserer Gemeinde: Menschen, die bereit sind, etwas Bestehendes neu zu wollen, wenn es sonst zu Ende ginge.
Mehr erfahren (ca. 1 Minute)
130 Jahre Posaunenchor – das hört sich nach einer geraden Linie an, aber so war es nie. Ich habe Jubiläen erlebt, Leitungswechsel, Zeiten, in denen kaum jemand mitmachen wollte, und Zeiten voller Begeisterung. Was mich all die Jahre über am meisten bewegt hat, war zu sehen, wie einzelne Menschen – oft aus tiefer persönlicher Verbindung zur Gemeinde – immer wieder bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, wenn es nötig wurde. Diese Trompete hier hat vielleicht schon mehrere Musikergenerationen begleitet. Für mich ist sie ein Sinnbild dafür, dass Traditionen nicht von selbst überleben. Sie überleben, weil einzelne Menschen sie immer wieder neu wollen – so wie unsere Vorfahren 1726 ihre Kirche neu wollten.
Quelle: Gemeindechronik ab 1971 (Jubiläen 1996/2006/2013/2023, Leitungswechsel, Gerhard Lohmeyer †2006). Details zur „Neu-Gründung" bitte durch die Gemeinde ergänzen und mit Angehörigen abstimmen.